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Die Geschichte
Foto: Gerhard Hoelzner, Kiel

Südansicht der Metallgießerei vor Beginn der Sanierungsarbeiten

Das Gebäude unseres Museums ist wegen seiner besonderen baukünstlerischen Bedeutung als Denkmal geschützt.

Es wurde als freistehender gelber Backsteinbau mit roten Zierstreifen über quadratischem Grundriss geplant. Die Fassaden sind von paarweise zusammengefassten, im Hauptgeschoss rundbogig und größer ausgebildeten Fenstern zwischen breiten, vor dem Untergeschoss sockelartig ausgebildeten Lisenen aufgelockert, die Wandflächen mit Gesimsen unterteilt, das Traufgesims in Friesform.
Den oberen Abschluss bildet ein flachgeneigtes pappgedecktes Pyramidendach, darauf ein Lüftungsaufsatz und ein zentraler Schornstein mit ursprünglich sieben Trommelabschnitten. Nach Kriegsschäden in der Umgebung und Abbruch späterer Anbauten ist das Gebäude wieder als Solitär erlebbar.
Der Bau ist das einzige historische Industriebauwerk, das von allen Kieler Werften erhalten blieb.

Planverfasser war der Architekt Heinrich Moldenschardt (1839-91), ein Schüler Sempers und einer der meistbeschäftigten Architekten Kiels und Schleswig-Holsteins in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er war zugleich einer der wichtigsten Vertreter des Historismus in Norddeutschland und entwarf unter anderem auch das Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71 im Kieler Schlossgarten.

Trotz der historisierenden Architektur finden sich in dem Gebäude viele für die damalige Zeit bautechnisch hochaktuelle Erfindungen, so z. B. die Ausbildung der massiv wirkenden Pfeiler als Hohlprofile, die mit Zugankern verstärkte Kappendecke über dem Sockelgeschoss und die Nutzung des zentralen Schornsteins als Auflager der Dachkonstruktion. 

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