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Die Geschichte
In der Metallgießerei wurden vor allem Bauteile aus Kupfer und seinen Legierungen wie Bronze, Rotguss und Messing gegossen, für die auf einem Schiff ein beachtlicher Bedarf besteht. Rahmen für Bullaugen, Rohrleitungsarmaturen, Beschläge, Hebel usw. sind einige Beispiele dafür. Legendär sind die in der Metallgießerei hergestellten „vergoldeten“ Wasserhähne und Poller für die Yacht „Christina“ des Reeders Onassis. Auch kleinere Propeller (Schiffsschrauben) gehörten gelegentlich zum Fertigungsprogramm.

Charakteristisch für die Gießtechnik ist, dass sich vergleichsweise kompliziert geformte Werkstücke „in einem Guss“ herstellen lassen. Dazu wird mit Hilfe eines aus Holz bestehenden Modells eine im Allgemeinen zweiteilige Gussform aus Formsand hergestellt, aus der dann das Modell wieder entnommen wird. Dem Erzeugen von Hohlräumen im Gussstück dienen separat gefertigte Kerne. Die Gussformen wurden in der Howaldtschen Metallgießerei ausschließlich von Hand hergestellt. Ein Teil der Formen wurde vor dem Gießen bei etwa 400° C getrocknet, wofür zwei – heute nicht mehr existierende – Wärmekammern dienten. Die Legierungen wurden in Graphittiegeln bei bis zu etwa 1200 °C geschmolzen und gegossen wurde immer dann, wenn so viele Formen fertig waren, wie in die Gießhalle passten und das war stets ein „Alle-Mann-Manöver“.

Zum Entnehmen des Gussstückes wurde die Sandform zerstört. Am Prinzip der Formherstellung hat sich im Laufe der Zeit kaum etwas geändert. Über 30 Leute haben hier gearbeitet, die meisten waren Former und einige Schmelzer, die für die Zusammensetzung der Legierungen und die richtige Gießtemperatur zuständig waren. Zu aller Zeit war die Arbeit in der Gießerei schwer, schmutzig und ungesund. Dennoch erinnern sich ehemalige Mitarbeiter, die heute unserem Verein angehören, voller Stolz an die Zeit in der Gießerei.

 

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